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2011: Babylon (Turmbau/Sprachverwirrung) und Pfingsten


2010: Sintflut - Vor uns? Nach uns? (Gen 6 - 8)


  • Wie immer man zu den biblischen Texten der sog. »Urgeschichte« (Gen 1 - 11) steht: ihre Bildhaftigkeit (Schöpfung, Paradies/ Sündenfall, Kain/Abel, Sintflut) hat die Folgezeit sehr stark geprägt. Daher lohnt es sich - unabhängig von der persönlichen religiösen Einstellung -, diese Texte genauer anzuschauen.

  • Die poetische Bildhaftigkeit des biblischen Textes vermischt sich mit nicht-literarischem Wissen: Warum kann man auf der Höhe der Alpen Muscheln finden? Wie ist das Schicksal flacher Länder wie Bangladesh oder Niederlande in Zeiten des Klimawandels? Und literarisch weiß man, dass die Sintflutthematik im Alten Orient verbreitet war. Kunstgeschichtlich wurde das Thema oft aufgegriffen. Nicht zuletzt beendet in Wagners »Ring« der alles überflutende Rhein das Gezänk der Nibelungensippe.

  • Die Flut ist ein extrem radikales Bild für einen Einschnitt, für Existenzbedrohung. Unser primäres Interesse galt dem biblischen Text, der die Besonderheit aufweist, dass im Grunde sogar zwei Erzählungen ineinander geschachtelt sind. Diese zu entwirren und die Texte einzeln genau zu beschreiben, dabei auch die anderen erwähnten Aspekte einfließen zu lassen, das versprach ein interessantes und umfangreiches Programm zu werden.

    Und es war in unerwartetem Maß intessant!

Näheren Einblick in unsere diesjährige Arbeit erhalten Sie hier: klick --> zum Bericht aus dem Jahr 2010 zum Thema Sintflut


2009: Paradies und (vermeintlicher) Sündenfall (Gen 2 und 3)


  • Der Text Gen 2 und 3 wurde - das muss am Anfang stehen - zunächst in Äusserungseinheiten eingeteilt. Vieles lief dabei in Kleinstgruppen. Die »10 Gebote = Kriterien« waren aber doch so handhabbar, dass keine Stelle der Willkür blieb. Das ist ein wichtiges Einstiegssignal: Textinterpretation kann sich an sicheren Regeln orientieren, verliert sich nicht in subjektiver Beliebigkeit! Es stand nun also ein durchstrukturierter Text zur Verfügung. Die literarische Weiterarbeit steuerte am Schluss auf Fragen zu wie:

  • Was für ein Wesen ist »Adam« - im Verhältnis zu den erst anschließend erwähnten »Frau« »Mann«, »Eva«? Wo liegt ein Eigenname, wo ein Appellativum vor?

  • Welches sind die Elemente von »Verführung«?

  • Kann man von »Schuld« sprechen - die im Text nicht erwähnt wird? Beschuldigungen kommen aber vor. -

  • Sind »Schmerzen, Arbeit, Tod« eine »Strafe« oder . . .? Eher nicht. Vielmehr steuert die Schlusspassage auf eine Schilderung eines Lebens hinaus, wie es in unserem Alltag vorkommt, nicht in mythischer Vorzeit.

  • Wichtig die Keruben am Schluss: Eine Rückkehr in ein erträumtes Paradies gibt es nicht. Man hat sich gefälligst den Anforderungen des aktuellen Alltags zu stellen.


    Insofern: ein dramatischer und weiser, nach wie vor ansprechender Text.

2008: Streit um die Schöpfung (Gen 1,1)

    Es wurde einem Wunsch von Teilnehmern Rechnung getragen, noch mehr Zeit auf einem einzigen Text zu verwenden, mehrere aufeinander aufbauende Analysen an diesem einen Text durchzuführen. So geschah es denn auch.

  • Der erste Schöpfungsbericht (Gen 1) wurde zunächst in Äusserungseinheiten gegliedert. Immer neu interessant ist es, dass Einzelne und Gruppen in einem sehr hohem Maß (aufgrund der Kriterien) zu einem übereinstimmenden Ergebnis kommen.

  • Wortbedeutung: einzelne Merkmale wurden näher betrachtet (Benennung der ersten Schöpfungswerke, 7-Tage-Struktur, "Krone" der Schöpfung?, Thema von "Existenz"-Aussagen)

  • Übertragene Bedeutung: mit Hilfe der inzwischen bewährten 5-teiligen Tabelle wurde schrittweise bewusst gemacht, dass die Wortbedeutung dekonstruiert werden "muss", und es ergaben sich Ausblicke darauf, was so ein Text eigentlich will. Das Ergebnis wurde den Teilnehmern nach der Sommerakademie in einer Übersicht zusammengefasst zur Verfügung gestellt.

  • Zum erstenmal waren Studierende integriert. Sie boten durch Kurzvorträge weitere Aspekte, die dieser Text auslöst: im Buddhismus kommt man ohne Schöpfungsvorstellung aus, Leben und Werk von Charles Darwin, ideologische Verbiegungen heute (Kreationismus, Intelligent Design). - Die Vorträge waren gut vorbereitet und illustriert und wurden mit großer Zustimmung aufgenommen.

  • Sonder"performance" durch Hermann Peterle an der Orgel der Kirche Maria Himmelfahrt in Söflingen (hat sich inzwischen zum festen Programmpunkt entwickelt). Es erstaunt, was es alles an moderner Literatur zu unserem Thema gibt.

  • In der Freizeit betrachteten manche am Westportal des Ulmer Münsters den linken Tympanon näher: er bietet eine berühmte spätgotische Schöpfungsdarstellung (allerdings beide Schöpfungsberichte kombiniert)


2007: Engel

»Engel« haben derzeit wieder Konjunktur, waren aber seit dem Alten Orient immer wichtig. Biblische Texte, moderne Gedichte, Werke der Kunst (z.B. Isenheimer Altar), ja sogar Realisierungen in Musik (obwohl man da ja hört, nicht sieht).

Diese Akademie musste wegen Unterschreiten der Mindestteilnehmerzahl abgesagt werden. Statt dessen fand in Tübingen ein Kultur- und Wanderwochenende statt. - Vielleicht haben "Engel" doch noch eine Macht über uns Heutige, und sei es eine abschreckende....)


2006: Wunderliche Wunder - oder: Wunder, des Glaubens liebstes Kind

  • Mit vier Wundererzählungen aus dem Neuen Testament (z. B. "Heilung des Gelähmten, Jesus geht auf dem See Genezaret")

  • Roman von Joseph Roth "Hiob. Roman eines einfachen Mannes"

  • Klischee - Überraschung: Formelhaftes Sprechen, Medien, Verhalten, Film, Medizin, Kinderbücher
    Darin konnten wir den üblichen Blick auf naturwissenschaftliche (Un-)Möglichkeiten umlenken auf das, was im deutschen Wort selbst schon steckt: eine Wahrnehmungsform, die Überraschung und auch Dankbarkeit einschließt.

  • Sonder"performance" durch Hermann Peterle in der Kirche Maria Himmelfahrt in Söflingen


2005: Im Ernst: Humor

  • z.B. Das Buch Jona, Beispiele für "Schwarzen Humor" aus der Bibel

  • Film "Das Leben des Bryan" / Monty Python

  • Mark Twain, Simplicius Simplicissimus u.a.

  • Musik: u.a. Richard Strauss "Till Eulenspiegels lustige Streiche"

  • Geräusche für Gedichte von Christian Morgenstern

  • Sonder"performance" von Hermann Peterle in der Kirche Maria Himmelfahrt in Söflingen


2004: Gebetssprache

  • Vorbereitung: Texte zum Thema Gebetslyrik (größere Sammlung alter und moderner Texte vorab ausgeteilt)

  • Analyse einzelner poetischer Bilder aus den Psalmen
    Schwerpunkt: Psalmen des Alten Testamentes, z. B. Ps 22; Ps 23; aber auch Mt 6,7-15 (Vater unser)

  • Musik: Igor Strawinsky: Psalmensymphonie

  • Bildende Kunst: Fayencen

  • Schlusspunkt: Medieval Nights / Tenor-Flöte "live".


2003: Vom Wortsinn zur gemeinten Bedeutung

  • Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 6, - allerdings als selbst gestaltete Geräuschsymphonie

  • Übungen an mehreren Texten (auch Partituren sind zunächst mal "Texte"): z. B. Lk 16,19-31 ("Reicher Mann, armer Lazarus")

  • Bibliodrama zum Text

  • Musik: Johann Sebastian Bach: Toccata in F-Dur

  • Film: Picassos Malen

  • Schlusspunkt: Leos Janacek: Taras Bulba II. Satz


2002: Wahrnehmung  von Texten

  • mit Übungen an mehreren Texten aus dem Neuen Testament: Äusserungseinheiten

  • Flötenmusik,

  • Salvador Dali, "ökumenisches" Konzil (Dias),
    - Film über Picassos Arbeitsweise

  • Bibliodrama "Heilung eines Blinden vor Jericho"

  • abendliche Meditation