Das Thema 2010:
Sorgfältige = methodengeleitete Lektüre von Genesis 6 - 9
incl. dazugehörige Debatten.
Ein radikaleres Bild für einen Einschnitt, Existenzbedrohung gibt es wohl nicht. Unser primäres Interesse wird dem biblischen Text gelten, der die Besonderheit aufweist, dass im Grunde sogar zwei Erzählungen ineinander geschachtelt sind. Diese zu entwirren und die Texte einzeln genau zu beschreiben, dabei auch die anderen erwähnten Aspekte einfließen zu lassen, das verspricht ein interessantes und umfangreiches Programm zu werden.
Die Beobachtungs»objekte« (Text von Gen 6 - 9, aber auch bildende Kunst, Musik zum Thema) werden als Übungsfeld für genaue Wahrnehmung herangezogen. Sich hierbei gegenseitig weiterzubringen tut erfahrungsgemäß nicht nur intellektuell, sondern auch spirituell, ganzheitlich gut. Reflexion, Revision des eigenen Vorverständnisses und Erholung gehen zusammen.
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Wie immer man zu den Texten der sog. »Urgeschichte« (Gen 1 - 11) steht: ihre Bildhaftigkeit (Schöpfung, Paradies/ Sündenfall, Kain/Abel, Sintflut) hat die Folgezeit sehr stark geprägt. Daher
lohnt es sich - unabhängig von der persönlichen religiösen Einstellung -, diese Texte
sukzessive genauer anzuschauen.
Die poetische Bildhaftigkeit des biblischen Textes vermischt sich mit nicht-literarischem Wissen: Warum kann man auf der Höhe der Alpen Muscheln finden? Wie ist das Schicksal flacher Länder wie Bangladesh oder Niederlande in Zeiten des Klimawandels? Und literarisch weiß man, dass die Sintflutthematik im Alten Orient verbreitet war. Kunstgeschichtlich
wurde das Thema oft aufgegriffen. Nicht zuletzt beendet in Wagners »Ring« der alles überflutende Rhein das Gezänk der Nibelungensippe.